Vor-Bilder …

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Was wären wir ohne Vorbilder?

Ohne Menschen, seien es lebende oder bereits verstorbene Menschen, seien es persönlich bekannte oder unbekannte Menschen, deren Leben und Wirken, deren Sein und Handeln, deren Denken und Fühlen wir „irgendwie gut“ finden. Wir brauchen eine Referenz, nicht nur eine „höhere“, womöglich göttliche, sondern am besten auch eine oder mehrere „reale“, hier auf dem Boden unseres Lebens, eine (be)greifbare Referenz. Menschen, die wir beobachten, deren Beispiel wir folgen können und wollen. An welchen wir uns orientieren können, an ihren Werten und wert-vollen Gesinnungen. In der Tat sterben langsam viel alte und „wert-volle“ Menschen langsam weg. Nicht, dass unbedingt und wirklich alles „gut“ war und ist, was wir da abschauen können. Manchmal sollten wir – und das ist sehr ratsam – solche Werte auch nochmal neu prüfen und ständig hinterfragen, ob sie auch heute und für uns noch Bestand haben.
Aber es geht hierbei nicht nur um Werte, sondern auch um Referenzen in Bezug auf persönliche Eigenschaften und Talente. Wie oft hören Worte wie: „Das hat er von seinem Vater, Opa, von seiner Oma und Mutter!“
Wenn wir Menschen für-wahr-nehmen, wenn wir beobachten, was und wie sie leben, uns etwas wertvolles vorleben, etwas, das uns anspricht, berührt, fasziniert. Wo wir ganz deutlich spüren: „Ja, so ist es richtig und wahrhaftig. Das fühlt sich genau so richtig an!“

Wenn wir sehr aufmerksam sind und unserer inneren Stimme folgen, auf unseren Bauch und auf unser Herz hören, tief in uns hinein fühlen, dann bekommen wir eben einen Sinn dafür, was „richtig“, „wahr-haftig“ oder vielleicht sagen wir besser „stimmig“ ist, um aus dieser dualen und polarisierenden (Be)Wertung von richtig und falsch rauszukommen.

Wenn wir um Menschen wissen, die uns „etwas zu sagen und zu zeigen haben“, können wir uns orientieren, einer Leitlinie folgen, einen roten Faden. Und es kommt bei der Betrachtung etwaiger Vorbilder nicht so sehr darauf an, dass diese Menschen in allem so etwas wie eine „Eier-legende-Woll-Milch-Sau“ sind. Es darf aus meiner Sicht auch sein, dass wir vielleicht nur einen oder ein paar wenige Aspekte wahrnehmen, die uns wirklich inspirieren.

Die Wahrnehmung solcher uns als wichtig und stimmig erscheinenden Dinge beruht auf dem Resonanz-Prinzip. „Re-sonare“ bedeutet „zurück klingen“. Da ist etwas in uns, eine Instanz, die mit etwas anderem in Resonanz geht – wo eben etwas zurück klingt … schwingt … und dieses Prinzip ist auch sehr neutral in seiner Ausrichtung!

Bewundern wir an unserem Vater oder Großvater, dass er immer klar war und stimmige, wenn auch manchmal schwierige Entscheidungen getroffen hat, dann können wir uns diese Klarheit vor Augen führen, und von ihm lernen, wie man(n) das macht. Von den Frauen erleben und erfahren wir vielleicht Güte und Herzlichkeit.
Haben wir einen Lehrer erlebt, der pädagogisch „gut“ war, bei dem wir viel gelernt haben, dann merken wir uns das, erkennen vielleicht ein Prinzip, wie er „das gemacht hat“, mit welcher Gesinnung und Menschenbild.
Erleben wir Trainer, Sportler, Musiker, Autoren, Heiler, Therapeuten, Ärzte, Heilpraktiker, ja einfach jegliche Art von Menschen, die und imponieren, dann haben wir eine Referenz, ein Vor-Bild!

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